Jahresrückblick 2020

2020 war ein in vielerlei Hinsichten sehr schwieriges Jahr. Es war aber auch das Jahr, in dem ich so viel rezensiert habe, wie noch nie zuvor. Denn als fast alles von einem Tag auf den anderen wegbrach, fand ich Halt in meiner Liebe zur Literatur. Ohne Literatur und insbesondere ohne Lyrik, die es zu rezensieren galt, und ohne mein eigenes Schreiben und Übersetzen und ohne gelegentliche Live-/Stream-/Video-Lesungen, wäre ich wohl zerbrochen im Laufe dieses nicht und nicht enden wollenden 2020. Am 31.12.2020 hat dann auch noch fixpoetry.com nach dreizehn Jahren auf Grund mangelnder Finanzierung den Betrieb eingestellt. Acht Jahre hatte ich dabei sein dürfen. Aber statt zu verzweifeln und aufzugeben, möchte ich lieber dankbar sein für diese acht wunderschönen Jahre mit fixpoetry. Und auf das Jahr 2020 nicht voll Gram zurückblicken, sondern an die vielen großartigen Bücher denken, die ich in diesem Jahr lesen und besprechen durfte. Meinen Jahresrückblick 2020 möchte ich wegen der Vielzahl der besprochenen Bücher in Form eines kleinen Gedichts gestalten, das ich aus den Titeln meiner Rezensionen zusammen gestellt habe.

Was, wenn nicht wer (Lichtungen, fixpoetry)

Meine Seele ist ein Wald (Sonia Gansterer, fixpoetry)

ein dicht geflichte, leuchtpunktiert. (Elisabeth Wandeler-Deck, fixpoetry)

der tag riecht nach kaffee und noch ungetrunken (Judith Nika Pfeifer, fixpoetry)

Manches muß man zerschreiben (Marcel Beyer, fixpoetry)

Ich? Du? Wir? Die anderen? Die Dinge? Die Räume? (Helmut  Neundlinger)

Melodu. Klassik für kleine Ohren (Marion Billet, fixpoetry)

MU’SI:K (bis die augen hören) (Augusta Laar, fixpoetry)

das Kind so fern… (E.A. Richter, fixpoetry)

nur die Stille ist lauter (Hermann Niklas, fixpoetry)

Wach auf, Pettersson! (Sven Nordqvist, fixpoetry)

Menschen, Bücher, Sensationen! (BuchDruckKunst 2020, fixpoetry)

grunzende Eichhörnchen (Julia Grinberg, fixpoetry)

Etug Tsnuk! – Llov Lieg! (Christian Futscher, fixpoetry)

Gib mir ein Buch! (Cornelia Funke, fixpoetry)

ja klar, sagte ich, ich überleg mir das alles beim duschen. (Rahel Mayfeld, fixpoetry)

Der echolalische Wörterdieb (Theo Breuer, fixpoetry)

Auf der Suche nach ein paar wilden Karotten (Barbara Pumhösel)

Vorlesezeit (Britta Teckentrup, Pia Jüngert, Regina Kehn, Daniela Kulot, fixpoetry)

Getragen von Worten (melamar, fixpoetry)

stets den fluchtpunkt poesie im blick (Dine Petrik, fixpoetry)

wenn blische fubbern und greine schwunzen (Nils Mohl, fixpoetry)

Hühnerhabicht oder Mäusebussard, Garten- oder Hausrotschwanz? (Jan Röhnert, fixpoetry)

Jedem Schlafwandler steht ein Kiosk im Weg (Gerhard Ochs, fixpoetry)

Wenn die Katze kräht (Markus Köhle)

ihr weichen kantigen spitzen kuriosen fremden nahen worte (Kirstin Schwab)

abstrakte Poesie und konkrete Spracharbeit (Friederike Mayröcker, fixpoetry)

Raum für Gefühle und Zeit zum Denken (Timo Brandt)

die landschaft ein gedicht (Eva Christina Zeller, fixpoetry)

ich. drehte das glas. war der wind. der schnee (Johanna Hansen, fixpoetry)

9 x 9 = 81 und 8 + 1 = die 9, das Leben. (Natascha Gangl, fixpoetry)

das bebende leben ballt fäuste. und sind wir zu zweit sind es vier. (Ilse Kilic, fixpoetry)


Und dann habe ich auch noch über vier Literaturveranstaltungen berichtet:

Lyrik im März: „Zusammen“ im November und im Netz (fixpoetry)

Schamrock-Festival der Dichterinnen (fixpoetry)

Poesiegalerie 2020, Tag 3

Vorankündigung zum LITERATURschwerpunkt der G.A.S-station Berlin (fixpoetry)

Bericht über den LITERATURschwerpunkt (fixpoetry)


Neben all diesen Rezensionen und Berichten sind 2020 allen Schwierigkeiten zum Trotz dennoch sechs weitere Literarische Selbstgespräche erschienen, von und mit: Martin Winter, Elisa Asenbaum, Rhea Krčmářová, Markus Köhle, Nils Röller und melamar. (fixpoetry)


Und bei hochroth Heidelberg ist kurz vor Jahresende noch ein von mir übersetzter Gedichtband der spanischen Dichterin Olalla Castro erschienen:

 Olalla Castro – Wir Frauen, im Hinterhof eines sehr großen Hauses | Nosotras, en el patio de atrás de una casa muy grande

Aus dem Spanischen von Astrid Nischkauer
Collage: Pamela Rahm Sánchez, @papelesrenacidos
hochroth Heidelberg 2020
ISBN: 978-3-903182-72-1
38 Seiten, 19 x 11 cm, Broschur, 8,00 €


Das war mein literarisches 2020 in Kurzzusammenfassung. Möge 2021 ein glücklicheres Jahr als das vergangene werden!

Astrid Nischkauer, Jänner 2021

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