Interview

Ein Gedicht, dieser Wundergecko

Wie eine Idee zu einer Reihe wird, wo man sich für Gedichte inspirieren lassen kann und warum sie ihr Leben sind, erzählt Autorin Astrid Nischkauer im Interview mit dem BÖS (Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen).

Vielen herzlichen Dank!

Diese Lyrik ist hochwirksam.

Kerstin Fischer bespricht “du Wundergecko” auf ihrem Blog Lyrikatelier Fischerhaus!

“Nachdem man die Gedichte von Astrid Nischkauer gelesen hat, wird man wacher und sensitiver durch die Galerien und Museen gehen. Diese Lyrik ist hochwirksam.”

Und Stefan Schmitzer bespricht den Band für die Poesiegalerie!

“”du Wundergecko“ postuliert nicht den Ausstellungsraum als Welt, sondern die Welt als Ausstellungsraum”

Literatursendung

Literatursendung Nummer 6

Das fröhliche Wohnzimmer und PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/ Politisch Schreiben präsentieren dieses Mal literarische O-Töne von:

# Astrid Nischkauer: zwei Gedichte
# Sanne van Otten, Grzegorz Kielawski, Alexander Bayer: Tonspur zum Filmprojekt „Grund“
# Elena Messner: Auszug aus dem Roman „Nebelmaschine“
# Markus Lindner: Prosa „Ein Comet fliegt vorbei“

Jahresrückblick 2020

2020 war ein in vielerlei Hinsichten sehr schwieriges Jahr. Es war aber auch das Jahr, in dem ich so viel rezensiert habe, wie noch nie zuvor. Denn als fast alles von einem Tag auf den anderen wegbrach, fand ich Halt in meiner Liebe zur Literatur. Ohne Literatur und insbesondere ohne Lyrik, die es zu rezensieren galt, und ohne mein eigenes Schreiben und Übersetzen und ohne gelegentliche Live-/Stream-/Video-Lesungen, wäre ich wohl zerbrochen im Laufe dieses nicht und nicht enden wollenden 2020. Am 31.12.2020 hat dann auch noch fixpoetry.com nach dreizehn Jahren auf Grund mangelnder Finanzierung den Betrieb eingestellt. Acht Jahre hatte ich dabei sein dürfen. Aber statt zu verzweifeln und aufzugeben, möchte ich lieber dankbar sein für diese acht wunderschönen Jahre mit fixpoetry. Und auf das Jahr 2020 nicht voll Gram zurückblicken, sondern an die vielen großartigen Bücher denken, die ich in diesem Jahr lesen und besprechen durfte. Meinen Jahresrückblick 2020 möchte ich wegen der Vielzahl der besprochenen Bücher in Form eines kleinen Gedichts gestalten, das ich aus den Titeln meiner Rezensionen zusammen gestellt habe.

Was, wenn nicht wer (Lichtungen)

Meine Seele ist ein Wald (Sonia Gansterer)

ein dicht geflichte, leuchtpunktiert. (Elisabeth Wandeler-Deck)

der tag riecht nach kaffee und noch ungetrunken (Judith Nika Pfeifer)

Manches muß man zerschreiben (Marcel Beyer)

Ich? Du? Wir? Die anderen? Die Dinge? Die Räume? (Helmut  Neundlinger)

Melodu. Klassik für kleine Ohren (Marion Billet)

MU’SI:K (bis die augen hören) (Augusta Laar)

das Kind so fern… (E.A. Richter)

nur die Stille ist lauter (Hermann Niklas)

Wach auf, Pettersson! (Sven Nordqvist)

Menschen, Bücher, Sensationen! (BuchDruckKunst 2020)

grunzende Eichhörnchen (Julia Grinberg)

Etug Tsnuk! – Llov Lieg! (Christian Futscher)

Gib mir ein Buch! (Cornelia Funke)

ja klar, sagte ich, ich überleg mir das alles beim duschen. (Rahel Mayfeld)

Der echolalische Wörterdieb (Theo Breuer)

Auf der Suche nach ein paar wilden Karotten (Barbara Pumhösel)

Vorlesezeit (Britta Teckentrup, Pia Jüngert, Regina Kehn, Daniela Kulot)

Getragen von Worten (melamar)

stets den fluchtpunkt poesie im blick (Dine Petrik)

wenn blische fubbern und greine schwunzen (Nils Mohl)

Hühnerhabicht oder Mäusebussard, Garten- oder Hausrotschwanz? (Jan Röhnert)

Jedem Schlafwandler steht ein Kiosk im Weg (Gerhard Ochs)

Wenn die Katze kräht (Markus Köhle)

ihr weichen kantigen spitzen kuriosen fremden nahen worte (Kirstin Schwab)

abstrakte Poesie und konkrete Spracharbeit (Friederike Mayröcker)

Raum für Gefühle und Zeit zum Denken (Timo Brandt)

die landschaft ein gedicht (Eva Christina Zeller)

ich. drehte das glas. war der wind. der schnee (Johanna Hansen)

9 x 9 = 81 und 8 + 1 = die 9, das Leben. (Natascha Gangl)

das bebende leben ballt fäuste. und sind wir zu zweit sind es vier. (Ilse Kilic)


Und dann habe ich auch noch über vier Literaturveranstaltungen berichtet:

Lyrik im März: „Zusammen“ im November und im Netz

Schamrock-Festival der Dichterinnen

Poesiegalerie 2020, Tag 3

Vorankündigung zum LITERATURschwerpunkt der G.A.S-station Berlin

Bericht über den LITERATURschwerpunkt


Neben all diesen Rezensionen und Berichten sind 2020 allen Schwierigkeiten zum Trotz dennoch sechs weitere Literarische Selbstgespräche erschienen, von und mit: Martin Winter, Elisa Asenbaum, Rhea Krčmářová, Markus Köhle, Nils Röller und melamar.


Und bei hochroth Heidelberg ist kurz vor Jahresende noch ein von mir übersetzter Gedichtband der spanischen Dichterin Olalla Castro erschienen:

 Olalla Castro – Wir Frauen, im Hinterhof eines sehr großen Hauses | Nosotras, en el patio de atrás de una casa muy grande

Aus dem Spanischen von Astrid Nischkauer
Collage: Pamela Rahm Sánchez, @papelesrenacidos
hochroth Heidelberg 2020
ISBN: 978-3-903182-72-1
38 Seiten, 19 x 11 cm, Broschur, 8,00 €


Das war mein literarisches 2020 in Kurzzusammenfassung. Möge 2021 ein glücklicheres Jahr als das vergangene werden!

Astrid Nischkauer, Jänner 2021

Zeit, danke zu sagen

Mit dem 31.12.2020 hat Julietta Fix den Betrieb von fixpoetry.com nach dreizehn Jahren auf Grund mangelnder Finanzierung eingestellt. Zeit, danke zu sagen.

Zu fixpoetry fand ich eher zufällig, oder auch dank einer glücklichen Fügung. Ein Dichter, der kein Exemplar seines Bandes mit dabei hatte und auch kein Geld, mir selbst eines zu schicken, ließ mir stattdessen ein Rezensionsexemplar von seinem Verlag zuschicken. Darüber, dass der Gedichtband ganz alleine zu mir in den Postkasten fand, hab ich mich damals sehr gefreut und ihn dann auch tatsächlich rezensiert: meine allererste Rezension! Der Vorschlag, sie fixpoetry anzubieten, kam vom Dichter selbst, da ich fixpoetry zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gekannt hatte. Und so fand ich 2013 zu fixpoetry. Was fixpoetry in den folgenden acht Jahren für mich bedeutet hat, kann ich nicht in Worte fassen, will es aber doch in Ansätzen versuchen. fixpoetry ist nach und nach zu meiner Heimat geworden. Und zur Luft, die ich zum Atmen brauchte. Für mich selbst als Mensch, Autorin und Rezensentin war das Finden von fixpoetry wohl eine der weitreichendsten Weichenstellungen in meinem Leben. Auf fixpoetry lernte ich die endlose Weite zeitgenössischer Lyrik kennen und lieben. Denn im Rahmen meines Germanistikstudiums waren mir, mit Ausnahme vom damals auch schon älteren Gerhard Rühm, keine lebenden Autoren oder Autorinnen begegnet. Die Komparatistik, mein Zweitstudium, war da wesentlich aktueller, aber trotzdem war es wirklich eine große Entdeckung für mich, dass es da draußen eine ganze Welt lebender und schreibender Dichter und Dichterinnen gibt. Die jetzt schreiben, was wir erst morgen lesen werden können. Und was im besten Fall erst in einigen Jahrzehnten in den Radar der Germanistik rückt. fixpoetry war immer ganz vorn dabei, besprach, was eben erst druckfrisch erschienen war. Und das sofort. Die große Geschwindigkeit, mit der es agieren kann, ist einer der großen Vorteile des Internets. Ein anderer Vorteil, den ich an fixpoetry immer sehr zu schätzen wusste, war, dass es keine Platzbeschränkungen gab und man wirklich ganz eintauchen konnte in ein Werk. Ohne Rücksicht auf Verluste einfach alles schreiben zu können, was einem wichtig erscheint, ist und war ein ungeheurer Luxus.

Die Zusammenarbeit mit Dir, liebe Julietta, war in all den Jahren immer großartig. Wertschätzend, offen und voll Vertrauen bist Du uns begegnet. So wurde ich erst Teil des Rezensentinnenpools, bekam später eine eigene Autorenseite, wurde Redaktionsmitglied und startete 2014 meine eigene Reihe, die Literarischen Selbstgespräche – als Experiment, ohne zu wissen, ob es überhaupt funktionieren würde: Ja, es hat funktioniert und war bis zuletzt spannend, zumindest für mich. Nach 49 Selbstgesprächen kann ich das sagen. fixpoetry und Du habt mir als junger Autorin und Rezensentin Raum und Zeit gegeben, mich zu entfalten und kontinuierlich an mir arbeiten zu können. Es hat Jahre gedauert, bis ich es wagte, erstmals einen Band von Friederike Mayröcker zu besprechen. Und es hat auch Jahre gedauert, bis ich genug Routine, Erfahrung und Selbstvertrauen gesammelt hatte, am Beginn einer Rezension keine (Selbst-)Zweifel mehr zu haben, ob ich es auch tatsächlich schaffen würde, dieses Buch zu rezensieren. Wie viele Bücher, Dichter und Dichterinnen, Büchermenschen habe ich nicht dank und über fixpoetry kennengelernt! Ohne fixpoetry wäre ich eine andere. Danke für alles, liebe Julietta, für die acht Jahre der wunderschönen Zusammenarbeit! Du fehlst mir schon jetzt, fixpoetry fehlt mir schon jetzt. Bleib gesund und pass gut auf Dich auf! Und wir bleiben Freunde!

Astrid Nischkauer, Wien, 30.12.2020

Olalla Castro

Olalla CastroWir Frauen, im Hinterhof eines sehr großen Hauses | Nosotras, en el patio de atrás de una casa muy grande

Aus dem Spanischen von Astrid Nischkauer
Collage: Pamela Rahm Sánchez, @papelesrenacidos
hochroth Heidelberg 2020
ISBN: 978-3-903182-72-1
38 Seiten, 19 x 11 cm, Broschur, 8,00 €

Das signaturen-magazin präsentiert zwei Gedichte von Olalla Castro aus dem Band Wir Frauen, im Hinterhof eines sehr großen Hauses | Nosotras, en el patio de atrás de una casa muy grande. (hochroth Heidelberg). Vielen herzlichen Dank!!!

Lesungen von mir im Netz

24.4.2021, BÖS Literatursalon, Lesung von Gerald Nigl, Udo Kawasser, Astrid Nischkauer.

8.12.2020: Klang-Bild-Wort-Klang! Lesung, Licht und Musik von und mit Gloria Damijan, Wolfgang Dokulil, Herbert Lacina und Astrid Nischkauer.

10.11.2020: “Wenn auch nachts die Träume fehlen”. Lyrik und Prosa von und mit Karin Gayer, Gerlinde Hacker, Astrid Nischkauer, Doro Pointner.

25.10.2020: Schamrock Festival München

10.10.2020: G.A.S-station Berlin, Norbert Lange, Mariola Grzyb, Georg Leß, Astrid Nischkauer und Elisa Asenbaum

3.10.2020: Poesiegalerie Wien, nachzuhören auf lieteradio. In meiner Lesung stelle ich Gedichte von Gedichte von Andrea Fontán und Olalla Castro vor.