Gedichte & Prosa

Gedichte

Sueñan los hombres con ser árboles

(Traducciones y nota de Geraldine Gutiérrez-Wienken)

Revista Altazor


an Melitta Urbancic

II.
sieben Winter nie endender Dunkelheit
hast du sie durchgebracht, deine Völker, Melitta,

importiert aus dem Kaukasus weil dort
die Lebensbedingungen vergleichbar hart
nur nicht so dunkel sind

Melitta, die Biene, die als Robinson alleine
mit den drei Kindern ihrem Mann nachfolgte
und auf der Vulkaninsel im Eismeer strandete

aber eine Biene kann nicht alleine sein, sie braucht
ihren Schwarm mit dem sie sich tanzend
unterhalten kann und der sie wärmt im Winter

sieben Winter hast du sie durchgebracht, deine Völker, Melitta

SchamrockSalon der Dichterinnen


Gedicht der Woche auf signaturen-magazin.de


nichts bekommen sie mit
von den Menschenmassen
die sich an ihnen vorbei
schieben die sie betrachten
und fotografieren denn in ihrem
Bild ist nur Platz für sie beide
und sehr viel Himmelsblau

Marc Chagall, Les Amoureux, Leopold Museum

In: Jahrbuch österreichischer Lyrik, herausgegeben von Alexandra Bernhardt, Sisyphus, 2019.


GLÜCKSWORTGEBORGEN
sicher umfangen
geborgen, verborgen in
worten von worten

In: Freudenalphabet. Eine Anthologie kommunizierender Poesie. Hrsg. Marion Steinfellner, Herbert J. Wimmer, edition art science, 2017.


der Rahmen größer als das Bild
das Buch in Händen enthält
ihren Namen die Augen so groß
im hellen Waldgrün des Hintergrunds
stille Stärke strenge Stärke die Haare
zusammengefasst geschlossen dunkel
das langärmelige Kragenkleid
ruhige Tiefe im Blick ein Blick voll
Zuversicht voll Vertrauen voll
Selbstvertrauen im auf sich selbst
gerichteten Blick liegt der tiefe Ernst
ungeschönter Offenheit herausfordernd
der Blick der Malerin auf sich auf mich
auf uns beide beinahe ein Lächeln so zart
wie der krause Kragen in weiß

Sofonisba Anguissola, Selbstbildnis

In: Versnetze_zehn. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart. Hrsg. Axel Kutsch, Verlag Ralf Liebe, 2017.


glücksschweinchenglücklich
sind wir, du, ich, wir alle
pusteblumenleicht

In: Eine andere Welt ist möglich. Wien: Das fröhliche Wohnzimmer – Edition, 2016.


ein Gedicht liegt in der Luft
wartet,
bis der nächste Windstoß
es über die Dächer
und weit fort trägt.

In: hochroth Berlin Nr.9, 2015


23.6.2014

für Friederike Mayröcker

unsere Wege
kreuzten sich nicht
in der Zentagasse
du kamst ich ging
doch auf gegenüber-
liegenden
Straßenseiten
behängt mit Taschen
schwarz bis auf
die weißen Turnschuhe
den großen Schirm
in der rechten Hand
kein Regen heute
unsere Wege
kreuzten sich nicht
und auch
unsere Blicke nicht
blickte dir nach
blicke dir immer
noch nach

In: HAB DEN DER DIE DAS. Der Königin der Poesie. Friederike Mayröcker zum 90. Geburtstag. Hrsg. Erika Kronabitter, Edition Art Science, 2014.


Beim Öffnen der Augen

Gemeinschaftsgedicht mit Barbara Zeizinger
zu einer Tuschezeichnung von Zheng Zie
nachzulesen auf: signaturen-magazin.de

Fensterdichtung von Astrid Nischkauer im Fenster der G.A.S-station Berlin

Arnikaweg (Sternblume, Augentrost)

fixpoetry.com Poetryletter Nr. 307
Zeichnung & Layout: Robert Voss

poetryletter_307_web

Gedichtausstellung.

im Pförtnerhäuschen der Raketenstation Hombroich. Winter 2015.

P1070195

Ausstellungsbeschreibungen:
Poesie passieren & passieren lassen (fixpoetry)
Poesie ohne Ende (fixpoetry)

Artikel in der NGZ (Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 23.12.2015):
Gedichte auf Zetteln und Alufolie ausgestellt

Kurzprosa

Kleine Ainkhürn- und Einhornkunde
Wortschau Nr.34: Mein Tier, mein Wildtier, mein Einhorn

Mark Rothko: No.7 (or) No.11
Ö1 Kunstgeschichten

Lesen
poetin nr.24, 2018, S.139.

Über-Forderung
Schreibszene Frankfurt

ein sei tick tack
in: Einseitige Beschreibung der Wirklichkeit. Wien: Das fröhliche Wohnzimmer – Edition, 2016.

Open up: Border Control!
in der online-pdf-Fassung von Triëdere, Sonderheft: alternativlos: flüchtling